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Author: Fabian Lau

Doch noch Fragen?

Rainer Lind ist nicht nur Grafiker, Fotograf und Musiker. Er ist auch ein Video- und Fragekünstler. Ich fand Fragen immer schon interessanter; nicht durch richtige Antworten lernt man sich auch selber besser kennen, sondern durch die richtigen Fragen. Trotzdem beantworte ich jetzt gerne: Fragen zu meinem Befinden als Kabarettist auf der Bühne; zu meinen Abenteuern in jungen Jahren als Gitarrist und als Krankenpfleger zu einem ganz aktuellem Thema; zu ethischen Fragen allgemein und auch die zu meinem ganz persönlichem Ende. Vielen Dank.

http://www.redworks.info/RainerLind/fabian-lau/

LA DOLCE EVITA®

(Evita® ist ein eingetragenes Markenzeichen der Firma Dräger, Beatmungstechnik)

Nach italienischem Vorbild können wir in nächster Zeit mit bis zu 50 Millionen Infizierten rechnen. 20% davon werden intensivpflichtig sein, also 10 Millionen Menschen. Wir haben zur Zeit knapp 30.000 Intensivbetten. Ergibt ungefähr 333 Patienten pro Bett. Es wird also ein paar Diskussionen geben, wer oben liegen darf. 

Aber dass dringend Betten benötigt werden, ist bekannt; die Regierung hat 10.000 Beatmungsmaschinen bestellt. Die Frage, wer sie bedienen soll, ist auch schon gelöst. Die Personaluntergrenzen für Intensivstationen, gerade erst im Januar eingeführt, sind vor ein paar Tagen in einem Nebensatz ausser Kraft gesetzt worden. Ich darf also wieder ganz legal, wie vorher, vier oder fünf Beatmungspatienten gleichzeitig betreuen. Nicht ganz einfach allerdings. In zwei Jahren werde ich sechzig. 

In Italien werden zur Zeit Patienten über sechzig nicht mehr intubiert. Vielleicht machen wir in Deutschland ja eine Ausnahme bei denen, die sich mit Beatmungsmaschinen auskennen. Dann hätte ich Glück und dürfte vielleicht sogar oben liegen. Ausnahmen werden ja schon gemacht: Lehrer bleiben zu Hause wegen eines Verdachtsfalls im Kollegium; Schulen und Kitas werden geschlossen. Pflegekräfte arbeiten weiter – trotz eines Verdachtsfalls auf Station. Verständlich: Ganz schlechter Zeitpunkt, Betten und Stationen zu schliessen. Ältere Menschen müssen besonders geschützt werden – Pflegekräfte im Ruhestand sollen mobilisiert werden. 

Die Kanzlerin sagt, man solle Solidarität mit seinen Mitmenschen zeigen und Abstand halten. Ich mag Frau Merkel wirklich gerne, werde mich aber morgen bei meinen Patienten eventuell nicht an ihren Rat halten. Hoffentlich sind nicht wieder unsere Schutzmasken geklaut worden. Die auf Ebay kann ich mir bei meinem Gehalt nicht leisten.

GOLDENE HOCHZEIT

Wir hatten letztes Jahr nämlich ganz privat ein Jubiläum zu feiern. Dieses Jahr gibt es ein Konzert. Alles Gute; auf alles Neue.

I´ll remember Gretsch

Ich lerne gerade Gitarre spielen.

Nachdem ich bestimmt 20 Jahre nichts elektrifiziertes in Händen hatte, habe ich mir letzte Weihnacht einen uralten Traum erfüllt: Eine GRETSCH, Liebe auf den ersten Blick. Aber wie das mit Geliebten so ist: manchmal die Hölle. Ich fange ganz vorne an. Also vielleicht nicht ganz, aber von vorne. Ich brauche jede freie Minute. Seit Weihnachten. Nur gut, dass mein Duopartner an der Akustischen relativ viel Erfahrung hat. Kann sich inzwischen hören lassen, oder?

Unser Beitrag zur Pflegereform

Am 22.3. im Sapperlottheater, Lorsch:
Fabian Lau und Die Detektive:
WILLKOMMEN AUF DER INTENSIVSTATION

KARTENRESERVIERUNGEN ÜBER DAS LINK „TERMINE“.


AUCH EIN GENIE KANN SICH IRREN

Miles Davis hatte mir einmal dringend davon abgeraten, die Ehefrau auf Tournee mit zu nehmen. Aber da kannte er meine noch nicht. Ich kannte sie ja auch noch nicht, diese, die mir jetzt fehlt, wenn sie mal nicht im Publikum sitzt, aufmerksam und ruhig und immer bei mir, selbst wenn ich ein Liebeslied singe, inbrünstigst – für eine andere Frau. Gibt es das? Ja.

Noch Fragen?

Die Schweizer haben nicht nur eine sehr feine Liedkultur vorzuweisen; da muss man nicht alleine über Manni Matter oder die Berner Troubadoure sprechen, sondern auch über meinen Freund Reto Zeller, der mit seinem grandiosen „liederlich“-Zirkus diese Kultur hochkarätigst am Leben erhält. Dabei helfe ich im doch gerne, auch wenn wir jetzt einmal schmerzlich auf unseren Freund Res Wepfer verzichten mussten. Die Schweizer haben zudem eine sehr feine Gesprächskultur, so dass ein Interview zu einer entspannten Plauderei wird, wie mit einer langjährigen und guten Bekannten. Danke an Barbara Sutter und Werner Baumann vom Lokalsender ALF-TV. Noch Fragen?

Limehouse Jamin und Nussecken

 

Jamin´ on a sunny afternoon. Mit Cousin und Kollege Stefan Umhey. 

Ich erinnere mich besonders an eine der vielen Fragen an mein Vorbild, meinen Gitarren- und Lebenslehrer, und meinen späteren Freund Häns´che Weiss; ich war unwissende 17 Jahre alt damals: Ob es nicht schöner wäre, wenn man nur für sich alleine spielen könnte, immer nur für sich, nicht für das Publikum? Er stimmte mir nicht zu und widersprach mir auch nicht. Ich habe es immer für mich behalten, was er mir damals antwortete, nur soviel: Es war sehr klug und präzise. Trotzdem gab es später wieder Zeiten, in denen ich nicht vor Publikum musizieren konnte: Die Musik das Paradies, das Konzert die Hölle; nicht das ganz normale Lampenfieber: Die Hölle. Nackt vor dem Publikum stehen wäre leichter gefallen, oder war das vielleicht das gleiche? Selbst zuhause der Gedanke, dass im Nebenzimmer jemand zuhört, die Nachbarschaft durch das geöffnete Fenster, führte zu unheilbarem Unwohlsein. Jetzt entspannt mit dem Cousin im Garten: Wie eine kleine glückselige Vorschau auf das Rentnerdasein; und dazu Nussecken. Warum nicht schon jetzt? 

Weihnachtsgrüße

Letztes Jahr habe ich, glaube ich, circa 800 Paderbornern die Vorweihnachtszeit ein bisschen verdorben. Für sie – und alle anderen, denen ich manchmal wohl etwas scharf formuliere – ein nachdenkliches Lied von mir als Vorweihnachtsgruss für dieses Mal.

Weihnacht mit dem Stefan

Darf ich vorstellen:

HERRENSALON – Liedgut und besser

Sie präsentieren Lieder aus sieben Jahrtausenden – natürlich nicht alle, aber die besten.
Episch, witzig und wahr. Und alle von ihnen selbst geschrieben. Die Musik handgeblasen, die Texte selbst geschliffen. Herrensalon, das sind Heiner Herchenröder, Peter Müller-Wiener und Fabian Lau. Sie haben schon im Sandkasten zusammen Musik gemacht und sie wollen es in ihren Gräbern auch noch tun. Irgendwann dazwischen sollten Sie das mal gehört und gesehen haben.
Seriös, attraktiv und altersentsprechend ausgeschlafen: HERRENSALON.