Skip to Content

Author: Fabian Lau

I´ll remember Gretsch

Ich lerne gerade Gitarre spielen.

Nachdem ich bestimmt 20 Jahre nichts elektrifiziertes in Händen hatte, habe ich mir letzte Weihnacht einen uralten Traum erfüllt: Eine GRETSCH, Liebe auf den ersten Blick. Aber wie das mit Geliebten so ist: manchmal die Hölle. Ich fange ganz vorne an. Also vielleicht nicht ganz, aber von vorne. Ich brauche jede freie Minute. Seit Weihnachten. Nur gut, dass mein Duopartner an der Akustischen relativ viel Erfahrung hat. Kann sich inzwischen hören lassen, oder?

Unser Beitrag zur Pflegereform

Am 22.3. im Sapperlottheater, Lorsch:
Fabian Lau und Die Detektive:
WILLKOMMEN AUF DER INTENSIVSTATION

KARTENRESERVIERUNGEN ÜBER DAS LINK „TERMINE“.


AUCH EIN GENIE KANN SICH IRREN

Miles Davis hatte mir einmal dringend davon abgeraten, die Ehefrau auf Tournee mit zu nehmen. Aber da kannte er meine noch nicht. Ich kannte sie ja auch noch nicht, diese, die mir jetzt fehlt, wenn sie mal nicht im Publikum sitzt, aufmerksam und ruhig und immer bei mir, selbst wenn ich ein Liebeslied singe, inbrünstigst – für eine andere Frau. Gibt es das? Ja.

Noch Fragen?

Die Schweizer haben nicht nur eine sehr feine Liedkultur vorzuweisen; da muss man nicht alleine über Manni Matter oder die Berner Troubadoure sprechen, sondern auch über meinen Freund Reto Zeller, der mit seinem grandiosen „liederlich“-Zirkus diese Kultur hochkarätigst am Leben erhält. Dabei helfe ich im doch gerne, auch wenn wir jetzt einmal schmerzlich auf unseren Freund Res Wepfer verzichten mussten. Die Schweizer haben zudem eine sehr feine Gesprächskultur, so dass ein Interview zu einer entspannten Plauderei wird, wie mit einer langjährigen und guten Bekannten. Danke an Barbara Sutter und Werner Baumann vom Lokalsender ALF-TV. Noch Fragen?

Limehouse Jamin und Nussecken

 

Jamin´ on a sunny afternoon. Mit Cousin und Kollege Stefan Umhey. 

Ich erinnere mich besonders an eine der vielen Fragen an mein Vorbild, meinen Gitarren- und Lebenslehrer, und meinen späteren Freund Häns´che Weiss; ich war unwissende 17 Jahre alt damals: Ob es nicht schöner wäre, wenn man nur für sich alleine spielen könnte, immer nur für sich, nicht für das Publikum? Er stimmte mir nicht zu und widersprach mir auch nicht. Ich habe es immer für mich behalten, was er mir damals antwortete, nur soviel: Es war sehr klug und präzise. Trotzdem gab es später wieder Zeiten, in denen ich nicht vor Publikum musizieren konnte: Die Musik das Paradies, das Konzert die Hölle; nicht das ganz normale Lampenfieber: Die Hölle. Nackt vor dem Publikum stehen wäre leichter gefallen, oder war das vielleicht das gleiche? Selbst zuhause der Gedanke, dass im Nebenzimmer jemand zuhört, die Nachbarschaft durch das geöffnete Fenster, führte zu unheilbarem Unwohlsein. Jetzt entspannt mit dem Cousin im Garten: Wie eine kleine glückselige Vorschau auf das Rentnerdasein; und dazu Nussecken. Warum nicht schon jetzt? 

Weihnachtsgrüße

Letztes Jahr habe ich, glaube ich, circa 800 Paderbornern die Vorweihnachtszeit ein bisschen verdorben. Für sie – und alle anderen, denen ich manchmal wohl etwas scharf formuliere – ein nachdenkliches Lied von mir als Vorweihnachtsgruss für dieses Mal.

Weihnacht mit dem Stefan

Darf ich vorstellen:

HERRENSALON – Liedgut und besser

Sie präsentieren Lieder aus sieben Jahrtausenden – natürlich nicht alle, aber die besten.
Episch, witzig und wahr. Und alle von ihnen selbst geschrieben. Die Musik handgeblasen, die Texte selbst geschliffen. Herrensalon, das sind Heiner Herchenröder, Peter Müller-Wiener und Fabian Lau. Sie haben schon im Sandkasten zusammen Musik gemacht und sie wollen es in ihren Gräbern auch noch tun. Irgendwann dazwischen sollten Sie das mal gehört und gesehen haben.
Seriös, attraktiv und altersentsprechend ausgeschlafen: HERRENSALON.

 

 

Gottesgeschenk Handy

Eine interessante Veränderung macht sich bemerkbar, seit ich wieder öfter auf der Bühne stehe: Klingelnde Handys im Publikum – sie stören mich nicht mehr. Ist es diese mühsam antrainierte Grundgelassenheit, oder vielleicht schon der erste Anflug von Altersweisheit? Sie stören mich nicht mehr; nein, im Gegenteil: Es beruhigt mich.

Wenn ich höre, bei dem dicken Mann da in der dritten Reihe ist es soweit, hier hat das Handy endgültig übernommen: Das finde ich gut. Die künstliche Intelligenz hat gesiegt, wahrscheinlich, weil die natürliche Konkurrenz nicht so groß war.

Keine Lust auf Theater

Sicher hatte das Handy heute keine Lust auf Theater. Es wollte lieber mit dem Dicken auf dem Sofa bleiben und den ganzen Abend von ihm gestreichelt werden. Und deshalb macht es jetzt Terror. Und er kriegt es nicht hin, dass es Ruhe gibt; hat wahrscheinlich auch bei den Kindern schon nicht geklappt.

Sicherlich hat der Dicke auch noch so ein Fitnessarmband, das ihm immer sagt, wie er gesünder leben könnte. Das kommuniziert aber nicht mit dem Handy, denn das Handy ist Apple, das Armband Lidl. Und wenn er sich abends aufs Sofa legen will, sagt das Armband: Stop, du hast heute erst 0,7 Kalorien verbraucht, du musst noch 150.000 Kilometer laufen, danach darfst du 20 Gramm Rohkostsalat essen, nur so bleibst du gesund und wirst glücklich. Aber das Handy hat dann immer schon das aktuelle Fernsehprogramm hochgeladen und eine Pizza für Zwei bestellt.

Und dann kommt heute auch noch die Frau dazwischen und frohlockt: Wir gehen heute ins Theater! Fabian Lau! Mit dem neuen Programm: Klasse! Endlich wieder Fabian Lau! Aber das Handy googelt mich schnell und sagt dann: Och, nööö, wer braucht das denn? Mach lieber das Fernsehen an, gleich kommt Bülent Ceylan, der ist viel besser, viel witziger, der macht so eine Frau nach und kiekst dann so mit der Stimme, total lustig und dann macht er sein Haar auf und schüttelt es so, das soll der Fabian Lau ihm erstmal nachmachen.

Dann noch das Armband

Und dann mischt sich das Armband auch noch ein und meint: Komm, raff dich auf, geh mit ins Theater! Das sind fünf Kilometer, da verbrauchst du 1,4 Kalorien. Dann darfst du dir morgen eine ganze Tüte Kartoffelchips anschauen. Und offenbar hat sich das Fitnessarmband dann durchgesetzt. Oder die Frau hat dem Dicken Sex versprochen hinterher, und das Armband hat gesagt: Yessss, noch mal 3,5 Kalorien – vorausgesetzt, du liegst nicht wieder unten.

Also sitzen die drei jetzt hier bei mir im Konzert, die Frau und das arme Ding mit seinem Dicken. Die Frau hat Spaß, aber die anderen beiden können einem ja nur Leid tun. Wie soll man da sauer sein, oder genervt? Leider lassen sich die beiden gar nicht mehr trennen, sonst könnt ich dem Dicken schnell mal flüstern, wo bei dem Ding der Ausschaltknopf ist. Nachher, wenn die Frau ein Autogramm bei mir holt, zum Beispiel.

 

Die umstrittene Passage

Die umstrittene Passage: Im sagenhaften Sapperlot ging sie so durch, ungeschnitten, jedoch auch hier nicht ohne Diskussionen, Kontroversen, Daumen runter und Daumen hoch. So muss es sein: Die freie Rede. Wer mitreden will: 25.3. halbNeun-Theater, Darmstadt, Unzensiert. Willkommen.

Weitere Termine

 

 

Wer die Vorgeschichte nicht kennt: Hier die Vorgeschichte

FABIAN spielt ein bisschen Cole Porter

Unknown footage: Eine Jahrzehnte lang verschollen geglaubte Aufnahme von mir, die mir jetzt anonym zugespielt wurde; entstanden, soweit ich mich erinnere, vor ein paar Jahren in der Garderobe von Millers Studio in Zürich. Die Kamera bediente ein Fan, eine junge Französin, die unerklärlicherweise ein meet&greet mit mir gewonnen hatte. Sie saß ungefähr in der Richtung, in die ich immer mal ins Off hinein lächele, um eine lockere Atmosphäre bemüht. Sie sprach nur Französisch; was das Gespräch etwas schleppend gestaltete. Ich spreche kein Französisch. Wir waren beide erleichtert, als ich beim Gitarrestimmen zufällig auf den Cole-Porter-Klassiker stieß. Ihr gefiel offenbar der Akzent, mit dem ich sang. Noch besser gefiel ihr, als ich gar nicht mehr sang. Ich sang dann gar nicht mehr. Sie war aber sicher sehr nett.